Stabile Brücken in die Arbeitswelt

Wertstoffrecycling-Unternehmen Müntefering-Gockeln beschäftigt sieben Menschen mit Behinderungen der wewole STIFTUNG – Ein gelungenes Experiment am Beispiel der Sortieranlage Hafenstraße – Projekt ausbaufähig 

Herne, im August 2016. Die wewole STIFTUNG und die Müntefering-Gockeln Wertstoffrecycling und Containerdienst GmbH bauen Menschen mit Behinderungen Brücken in den ersten Arbeitsmarkt. Insgesamt sieben wewole-Mitarbeiter sortieren inzwischen an der Hafenstraße verschiedene Rohstoffe zur Wiederverwertung. Das Erfolgsrezept: Die Menschen mit Behinderungen erhalten weiterhin individuelle Unterstützung der wewole STIFTUNG, arbeiten aber mit allen anderen 70 Beschäftigten des Umweltunternehmens im Team. „Werkstatt DRAUSSEN“ nennt wewole STIFTUNG-Geschäftsführer Rochus Wellenbrock die neue Abteilung. Das Konzept: Die Beschäftigten bleiben wewole STIFTUNG-Beschäftigte, arbeiten aber bei externen Firmen. „Wir haben diesen Bereich Anfang des Jahres gegründet, um Menschen mit Behinderungen echte Teilhabe am Arbeitsleben zu organisieren. Das machen wir behutsam, damit niemand ins kalte Wasser fällt.“ Raus aus der Werkstatt, rein ins normale Arbeitsleben – dieser Wechsel gelinge nur mit individueller Hilfestellung.

Begleitet werden die Mitarbeiter mehrfach pro Woche direkt am Arbeitsplatz des Partner-Unternehmens. „Falls es Schwierigkeiten gibt, räumen wir sie gemeinsam aus demWeg. In einem weiteren Schritt wollen wir natürlich erreichen, dass diese Mitarbeiter auf Dauer von den Unternehmen übernommen werden“, so Wellenbrock. Der wewole STIFTUNG-Geschäftsführer verfolgt das Ziel, bis Ende nächsten Jahres fünf Prozent aller Mitarbeitenden in der „Werkstatt DRAUSSEN“ zu beschäftigen. Das entspricht 45 Menschen. Experiment gelungen „Für uns war es ein Experiment“, sagt Unternehmer Karl-Heinz Gockeln. „Ehrlich gesagt: Ich wusste nicht, ob es funktioniert.“ Einige Wochen der Eingewöhnung und Einarbeitung vergingen. Inzwischen sei die Skepsis gewichen. „Die Mitarbeiter sind dank der wewole STIFTUNG-Hilfe voll integriert“, so Gockeln. Beispielsweise in der Sortieranlage. Dort trennen insgesamt zehn Arbeitskräfte Rohstoffe wie Holz, Plastik oder Steine. Zehn Tonnen pro Tag. Hier seien die sieben wewole STIFTUNG Mitarbeiter inzwischen zu wichtigen Stützen der Produktion geworden. Gockeln: „Ein tolles Ergebnis. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, die Kooperation auf anderen Feldern auszubauen.“

Behindertenteilhabegesetz geplant Den Sprung ins normale Arbeitsleben könnten nicht alle wewole STIFTUNG-Mitarbeitenden verkraften, resümiert Wellenbrock. Einige aber sehr wohl. Er freue sich über jeden Einzelnen, für den Teilhabe am normalen Leben organisiert werden könne. Das entspreche auch dem Geist des geplanten Behindertenteilhabegesetzes, das in Kürze in Kraft treten werde. „Salopp gesagt: Mitleid und Behüten war gestern. Zukünftig müssen wir den Menschen mit Behinderungen echte Teilhabe an allen Lebensbereichen garantieren. Dazu müssen wir alle umdenken: Es muss ganz normal werden, dass wir zusammen arbeiten, dass Menschen mit Behinderungen möglichst selbstbestimmt wohnen und auch sonst am Leben teilnehmen.“ ... Über Müntefering-Gockeln Die Müntefering-Gockeln Wertstoffrecycling und Containerdienst GmbH beschäftigt 70 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt zwölf Millionen Euro. 200.000 Tonnen Material verarbeitet der Betrieb jährlich, davon 100.000 Tonnen Altholz für die Spanplattenindustrie. Insgesamt werden 65 Prozent aller Materialien wie Holz, Kunststoffe und Schutt als Rohstoffe wiederverwertet. 25 orange-grüne Lkw sind täglich unterwegs, 2.000 Container helfen Kunden bei der Entsorgung. Müntefering-Gockeln wurde 1980 gegründet. Näheres: www.muentefering-gockeln.de Über die wewole STIFTUNG. Die Werk- und Wohnstätten für Behinderte Herne/Castrop-Rauxel (wewole STIFTUNG) begleiten mit etwa 350 angestellten Fachkräften mehr als 1.200 Menschen mit Behinderungen. Damit zählen die Sozialunternehmen zu den größten Anbietern von Teilhabe an Arbeit und Leben in der Region. Sie bauen Menschen Brücken in die Arbeitswelt und bieten ihnen ein möglichst eigenständiges Zuhause sowie ein selbstbestimmtes Leben.

Die Werkstätten wurden 1973 gegründet, die Wohnstätten 1982. Näheres: www.wewole.de

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